Machen Haussperlinge Schäden?

Haussperlinge verursachen kaum ernsthafte Schäden an Gebäuden. Allerdings tritt bei Nestern, die in der Fassade liegen, nicht selten eine Wand- oder Fensterverschmutzung durch Kot und eingetragenes Nistmaterial auf, wenn sich das Nest z.B. im Storenkasten über dem Fenster befindet.

Die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft vor der Mähdrescherzeit bescherte den Spatzen immer einen reich gedeckten Tisch, angefangen von den Ähren auf dem Halm, den ausgefallenen Körnern auf dem Acker und dem Dreschplatz bis zu den Getreidespeichern, den Futtertrögen freilaufender Hühner und den Pferdeäpfeln auf der Strasse. Die Haussperlinge, die dabei in Schwärmen über die Kornfelder zogen und sich in Getreidespeichern gütlich taten, waren keine gern gesehenen Gäste. Sie wurden deshalb während Jahrhunderten aktiv bekämpft (u.a. Kopfgeld). Doch heute arbeitet die Landwirtschaft anders und seitdem ist der Spatz oft gezwungen, das für ihn paradiesische Feld zu räumen.



Kotbretter
 

Verkotung

Die Verkotung durch Spatzen ist nicht intensiv. Unter Spatzennestern entsteht kein Kothaufen, wie unter Schwalbennestern. Doch die weisse Farbe haftet recht lang und ist oft gut sichtbar.

Optische Beeinträchtigung

Spatzen sind lebhaft und schleppen für den Nestbau z.T. grosse Materialmengen, inkl. Schnüre und Folien herbei, was zu optischer Beeinträchtigung der Fassade im Nestbereich und auch unterhalb des Nestes führen kann.

Parasiten

Spatzen werden wie alle Vögel von Parasiten wie Zecken befallen. Von Spatzen und deren Parasiten ist aber keine Krankheitsübertragung auf den Menschen bekannt.

Schadensbegrenzung

Wehren Sie Haussperlinge nur gezielt und selektiv ab. Vermeiden Sie es, dass Spatzen überhaupt keine Nistmöglichkeit mehr finden und vermeiden Sie es, dass durch die Abwehr von Spatzen auch andere Vögel und Tiere keinen Zugang zu Nestern oder Rückzugsplätzen an und in Ihr Haus mehr finden.
Überlegen Sie sich in diesem Sinne bereits beim Hausbau, welche Bereiche am Haus für Spatzen-Nestbauten tabu sein sollen und an welchen Bereichen Ihnen die Tiere willkommen sind.

Folgende Lösungsmöglichkeiten bieten sich an:

 

 

Nicht über Fenstern, Türen und Gartensitzplätzen:

Schaffen Sie Nischen und Höhlen, bzw. montieren Sie Nistkästen nicht über Fenstern, Türen und Gartensitzplätzen. Geeignet sind Stellen oberhalb von Wandpartien und vor allem im Dachkanten-Bereich. Wählen Sie in diesen Bereichen Storenkasten, die gut verschlossen sind.

 

Fassadenleiste:

Verunreinigungen an der Wand können begrenzt werden, wenn ca. 30 cm unterhalb des Nestes eine Fassadenzierleiste (ca. 2 cm dick) auf die Wand aufgebracht wird. Verunreinigungen, die sich durch Regen weiter die Fassade nach unten verlängern, tropfen dann von der Zierleiste frei ab. Geschickt gemacht, wird die Leiste nicht zum Zweck des Fassadenschutzes wahrgenommen sondern als fassadengestaltendes Element.

 

Kotbrett:

Unter Spatzennestern häuft sich nicht soviel Kot an, wie unter Schwalbennestern. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, um Verunreinigungen an der Wand und am Boden zu verhindern, können Sie ein ca. 10 cm breiten Brettes ca. 30 cm unterhalb des Nestes anbringen. Zur gestalterischen Integration empfiehlt es sich, ein solches Kotbrett im Farbton der Hausfassade zu streichen. Meistens genügt allerdings eine Fassadenleiste.

 

Fassadenbegrünung:

Eine elegante Lösung ist die Begrünung der Fassade. Damit kann die optische Beeinträchtigung der Fassade und die tatsächliche Verunreinigung der Fassade praktisch ausgeschlossen werden. Die Fassadenbegrünung bietet Deckung, Nahrung und Nistgelegenheiten, so dass Nischen und Höhlungen in der Fassade so verändert werden können (siehe unten), um Haussperlinge auszuschliessen, ohne ihnen den Lebensraum weg zu nehmen.

 

Verschluss des Einschlupfes:

Das Einrichten von Nestern an unerwünschten Stellen kann frühzeitig durch den Verschluss des Einschlupfes verhindert werden.

 

Spannen von Netzen:

Mit Netzen werden Denkmale, Dachuntersichten etc. vor Tauben und z.T. auch vor Schwalbennestern geschützt. Mit feinmaschigen Netzen können ebenso Fassadenteile, Nischen etc. spatzenfrei gehalten werden.

Allerdings kann sich das Netz kontraproduktiv auswirken, wenn es z.B. seitlich nicht ganz abschliesst oder mit der Zeit irgendwo ein kleines Loch aufweist: Spatzen können sich dahinter besser einrichten als ohne Netz. Dabei kann die optische Beeinträchtigung der Fassade sehr viel grösser werden als ohne Netz, da viele von den Spatzen eingetragenen Materialien sich im Netz ansammeln und über das Netz ausbreiten können.

Das Anbringen von Netzen sollte zudem sehr sorgfältig überdacht werden, weil Netze meist nicht selektiv sind. D.h. mit dem Anbringen von Netzen versperrt man auch anderen, unproblematischen Tieren wie Mauerseglern und Fledermäusen den Zugang.


Selektiver Ausschluss:

Spatzen haben ähnliche Ansprüche an den Brutraum, wie Mauersegler, Schwalben, Meisen und andere Höhlenbrüter. So kann es geschehen, dass z.B. ein Schwalben-Nest plötzlich zu einem Spatzennest wird.

Nachfolgend werden Möglichkeiten gezeigt, wie Spatzen die Übernahme von Nestern anderer Vogelarten erschwert werden kann:

Spatzen - Mauersegler

Spatzen - Mehlschwalben


 

 




last update:   
08.05.2013

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