Förderung

Damit die Ziegelleiste wildlebenden Tieren nützlich sein kann, muss sie Ein- und Durchschlupfmöglichkeiten in den Dachraum aufweisen:Entweder in den Hohlraum zwischen Dachdeckung (z.B. Ziegel) und Unterdach oder direkt in den Estrich eines nicht ausgebauten Daches. Durch das verlängerte Ausschneiden der Ziegeleinpassung oder durch das Bohren von Löchern an anderen Stellen der Ziegelleiste können Öffnungen und Zugänge zu diesem Hohlraum angeboten werden. Grundsätzlich müssen sich die Tiere unmittelbar unterhalb der Einschlupföffnung festhalten können, um in die Öffnung steigen zu können. (Das Material der Ziegelleiste sollte sägerohes Holz sein.)

Folgende Tierarten und Tiergruppen können Öffnungen in der Ziegelleiste nutzen. Wichtig ist bei deren gezielten Förderung oder deren bewusstem Ausschliessen, ihre Ansprüche zu kennen:

 
 
  Achtung bei Renovation
  • Kein Verschliessen von Lücken durch Zurechtschieben einzelner Ziegel, neue Ziegel oder Ziegelleiste etc.. Nur dann verschliessen, wenn Bauschäden zu befürchten sind.
  • Auf Einbau von Blechverkleidungen im Bereich des Einschlupfes verzichten oder an dieser Stelle über der Blechverkleidung ein sägerohes Holzbrett als Lande - und Einschlupfhilfe anbringen.
  • Ausführung der Renovation während einer günstigen Zeit, d.h. ausserhalb der Nistzeit einer Tierart
 
 
  Lage

 

Ziegelleiste und Ortbrett schliessen auf der Giebelseite eines Hauses mit Steildach die Dacheindeckung ab. An der Ziegelleiste sind die Ziegel zudem mit einem Bügel gegen Sturmwinde gesichert.

 
 
  Einschlupföffnungen

 

Die Ziegelleiste ist normalerweise so ausgeschnitten, dass die einzelnen Ziegel genau eingepasst sind und keine Lücken entstehen. Rutscht ein Ziegel etwas nach vorne oder ist die Ziegelleiste nicht genau an die Ziegel angepasst, entstehen rechteckige Öffnungen mit z.B. idealen Massen für Mauersegler (3 cm hoch ca. 6 cm lang).

Manchmal schliesst eine Ziegelleiste mit einem versetzt darunter angeordneten Stirnbrett das Dach ab. In diesem Fall kann sich zwischen den gegeneinander versetzten Brettern ein Lüftungsspalt befinden. Dieser ist für einige Tiere nutzbar, um zu einem Nist-, Rückzugs- oder Überwinterungsplatz zu gelangen.

 

 
 
 
  Durchschlupf und Nistbereich

 

Die Einschlupföffnung in der Ziegelleiste kann unmittelbar zu einem potentiellen Nistbereich führen:

  • Auf dem Unterdach eines ausgebauten, wärmegedämmten Daches, so dass die Öffnung gleichzeitig den Durchschlupf bildet.
  • Bei einem mit Untersichtschalung verkleideten Dachüberstand direkt in dem wettergeschützten Hohlraum, der sich zwischen Ziegelleiste / Stirnbrett, Untersichtschalung und Dacheindeckung befindet.
  • Bei einem ungedämmten Dach kann sie den Durchschlupf in den nicht ausgebauten Estrich des Hauses gewährleisten.
 
 
 
   Behutsames Ausgrenzen

In ein- bis zweistöckigen Häusern, die direkt an Laubwäldern oder grossen Parks liegen, können Unterschlupf für Siebenschläfer bieten.

Wenn Siebenschläfer nicht erwünscht sind, können präventiv oder auch wenn die Tiere schon im Haus sind mit verschiedenen Massnahmen Schäden reduziert bzw. Siebenschläfer ausgesperrt werden (siehe dazu selektive Ausgrenzung). Zugänge können so gestaltet werden, dass z.B. Fledermäuse durchkriechen können, Schläfer jedoch nicht. Es ist auch zu beachten, dass Siebenschläfer nicht in jedem Fall Schäden verursachen.

 
 
 
   Gelungene Beispiele

Nach Gesamtsanierung wurden Mauersegler-Nistplätze im Dach integriert. Die Zugänge wurden als Öffnungen in der Ziegelleiste gestaltet. Details und Bilder