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Vorschläge für das Erstellen von Leistungsverzeichnissen

Ansprüche der Fledermäuse  2.01 


Ansprüche der Fledermäuse an ihren Lebensraum
(Kurzfassung)

Ausdruck (PDF)  


  • Griffige Landestelle am Haus unterhalb oder seitlich der Einschlupföffnung.
  • Ungehinderter Zugang zum gewählten Quartier (kriechend oder freifliegend).
  • Warme, zugluftfreie, ruhige und dunkle Sommerquartiere. Kalte aber frostfreie, feuchte, ruhige und dunkle Winterquartiere.
  • Ungehinderter Wegflug vom Gebäude (Fledermäuse lassen sich beim Wegfliegen etwa einen Meter tief fallen).
  • Wenig / keine Störungen im Quartier, welche die Fledermäuse tagsüber oder gar im Winter aufwecken können.


UMSETZUNG

Landestelle:

Die Fläche unmittelbar unterhalb Einschlupf muss rau sein: Rauer Verputz, sägerohes Holz, stark verwitterte Farbanstriche oder Lacke.

Einschlupföffnung:

Ein Schlitz von 10 x 3 cm genügt: Waagrecht oder senkrecht.

Einflugöffnung:

Der offene Teil des Fensters sollte mindestens 20 x 30 cm (waagrecht oder senkrecht) betragen; doch nicht grösser als 50 x 100 cm, damit der Estrich nicht auskühlt.

Zugang zum Quartier:

Estrichbewohnende Fledermäuse sind sehr traditionell, was die Ein- und Ausflugöffnungen angeht. Manchmal durchfliegen sie mehrere Räume, um zu "ihrem" Fenster zu gelangen, obwohl es nähergelegene Öffnungen gäbe. Diese Flugkorridore und die gewählten Öffnungen müssen frei bleiben.
Bestehende Durchschlüpfe und Hohlräume im Zwischendach und in der Fassade müssen erhalten bleiben, bei Neuschaffungen Hohlräume von 2-3 cm Höhe anbieten.

Mikroklima:

Sommerquartiere: Warm und zugluftfrei. Winterquartiere: kalt und frostfrei. Ruhig, giftmittelfrei und dunkel sollten alle Quartiere sein. Keine oder wenig Störungen im Quartier.

Abflug:

Unterhalb der Ausflugöffnung darf innerhalb eines Meter kein Hindernis sein, da Fledermäuse gerne ohne Echo-Ortung - quasi blind - abfliegen.


RENOVATIONEN VON GEBÄUDEN mit Fledermausvorkommen

Fledermausfreundliche Renovationen: Unbedingt Fledermausexperten zuziehen.
Folgende Fragen müssen abgeklärt werden: Wie viele Tiere sind es? Um welche Art handelt es sich? Wo fliegen sie ein und aus? Wann sind sie an- bzw. abwesend?

Der günstige Zeitraum für Renovationen hängt vom Quartiertyp und der Fledermausart ab.

Allgemein gilt bei Sommerquartieren die Zeit von November bis Februar als geeignet:

Bei Winterquartieren sind die Monate März bis Oktober geeignet.

Erhalten der Einschlüpfe und Hohlräume: Erhalten des Mikroklimas (Keine Zugluft, Wärmeverlust) und Erhalten der altgewohnten und geruchlich markierten Holzbalken an Hangplätzen.

Fachbegleitung: Konsultieren Sie vor Renovationsbeginn einen Fachmann bzw. eine Fachfrau (siehe Fachleute).


Dezember 2002




last update:   
23.12.2002

Bauen&Tiere, Infodienst Wildbiologie & Oekologie, Strickhofstrasse 39,
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